#DBW2019 – Tag 2: Dinge, die ich bei der Diagnose gern gewusst hätte

Gestern startete die Diabetes-Blog-Woche 2019. Den Beitrag zum ersten Tag und dem ersten Thema „Was ist Heilung für dich und was ist es nicht?“ habe ich auf der Blood Sugar Lounge veröffentlicht.

Dinge, die ich bei der Diagnose gern gewusst hätte

  1. Ich bin kein Einzel- oder gar Sonderfall!
    Gefühlt habe ich meine Diagnose schon zig Mal öffentlich durchgekaut – wie oft und ausführlich es wirklich war, weiß ich gar nicht so genau. Fakt ist: Ich wurde zwar direkt richtig diagnostiziert und eingestellt (das ist ja leider nicht immer selbstverständlich), dennoch war die Betreuung in meiner allerersten Diabetologie nicht unbedingt stärkend. Es hieß, dass meine Typ-1-Diabetes-Manifestation mit 17 Jahren sehr spät wäre und ganz grundsätzlich war ich auch noch in der Praxis die einzige Typ-1-erin. Ich fühlte mich sonderbarer denn je. Heute weiß ich, dass es eine ganze Diabetes-Community um mich herum gibt. Mit Menschen, die in den unterschiedlichsten Lebensphasen ihre Diagnose erhielten.
  2. Trauern ist okay und Akzeptanz ein langer Weg!
    Irgendwie gab es damals weder Raum oder Rahmen noch Zeit dafür, die Diagnose wirklich zu verarbeiten. Es musste weitergehen und das ging es ja auch. Und das Mantra „Mit Diabetes kann man heute gut leben“ immer an meiner Seite. Was ja nicht einmal falsch ist – weder die Aussage noch der Gedanke daran – aber es vermittelte mir das Gefühl, dass ich gar kein Recht darauf hatte, traurig zu sein. Heute weiß ich, dass trauern dazu gehört und vorallem ganz normal ist. Typ-1-Diabetes ist und bleibt eine chronische Erkrankung, das heißt, es ist nicht alles „gut“. Aber es kann wieder besser werden, auch mit schlechten Tagen.
  3. Es gibt keinen Stillstand bei der Hilfsmittelentwicklung und man hat die Wahl!
    Obwohl ich meine Diagnose erhielt, als es schon ziemlich moderne, nicht so medizinisch aussehende Hilfsmittel gab, waren diese nicht unbedingt „cool“. Mir war weder bewusst, dass es zu dem Zeitpunkt eine größere Auswahl an Blutzuckermessgeräten gab und dass man diese teilweise sogar kostenlos testen kann, noch dass ich einige Jahre später einen Gewebezuckersensor tragen würde. Über die Jahre stellte ich mir mein Zubehör (soweit es eben von der Krankenkasse übernommen wurde) so zusammen, wie es für mich gut passte und probierte Alternativen. Heute weiß ich: Die Augen aufzuhalten und Eigeninitiative hilft!
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  4. Da warten gute Dinge in der Zukunft
    Das ist zwar etwas, das mir niemand hätte wirklich sagen können, aber ich hätte gerne eine Ahnung davon gehabt, wohin der Diabetes mich führt. Dass der Diabetes für mich nicht (nur) Einschränkungen bedeutet, sondern mich an vielem wachsen lässt.
    Niemand weiß, wo er oder sie heute wäre, hätte es die Diagnose Typ-1-Diabetes nie gegeben. Vielleicht hätte es andere Fügungen gegeben, die mich an gute Orte und zu noch besseren Menschen gebracht hätte. Aber hätte ich von Anfang an gewusst, dass diese Krankheit das Fundament für all dieses hier wird, dann hätte ich mich weniger an Vergangenes geklammert. Heute weiß ich: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere!

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